Und so innovativ sind die Großen

Das internationale Wettrennen um den Digitalisierungsvorsprung ist längst im Gange. Welche Kanzleien in welchen Ländern besonders aktiv sind, zeigt eine erste Untersuchung der Topkanzleien weltweit. Die wichtigsten Ergebnisse.

Großbritannien hat die Nase vorn. Nicht die USA, nicht China und auch nicht Deutschland. Was Kenner der Digitalisierung in Rechtsanwaltskanzleien schon länger beobachten, hat Daniel W. Linna Jr. von der Michigan State University erstmals systematisch zu erfassen versucht. „Dies ist kein Ranking“, betont Linna immer wieder – sondern nur eine Auswertung, welche Kanzlei sich mit welchen Suchbegriffen zeigt. Diese Methodik, das weiß Linna selbst, hat natürlich deutliche Schwächen. So werden die Kanzleien, die besonders viel Öffentlichkeitsarbeit auf ihrer eigenen Website zu den einschlägigen Schlagworten wie KI, Blockchain oder Prozessautomatisierung treiben, bevorteilt gegenüber einer Kanzlei, die hochinnovativ sein mag, aber das Licht der Öffentlichkeit scheut. Dennoch gibt die Untersuchung eine Orientierung – und sei es nur darüber, wer sich schon mit welchen Begriffen auseinandersetzt und vielleicht auch schmücken will.

Quelle: www.legaltechinnovation.com/law-firm-index/

Die Kanzleien in UK zumindest zeigen mit großem Abstand vor allen anderen Jurisdiktionen, wie umfassend sie sich schon aufgestellt haben. Die USA und China liegen mit ihren Durchschnittswerten beinahe gleichauf, während Kanada mit Abstand und danach – mit weiterem Abstand – Deutschland folgt. Besonders häufig kommen die Schlagworte der Digitalisierung Blockchain und Projektmanagement vor, danach Künstliche Intelligenz, Analytics und Alternative Fees (die Abrechnung beispielsweise nach festem Budget). Ganz selten nur kommen „proaktives“ oder „präventives“ Recht (ein Rechtszweig, der das Risiko von Rechtsstreitigkeiten durch mehr Rechtssicherheit verringern will) und „Legal Operations“ (mehr dazu unter www.cloc.org) vor.

Unter den Kanzleien ragen insbesondere die Großkanzleien Eversheds Sutherland und Davis Wright Tremaine heraus. Auch DLA Piper und Hogan Lovells liegen über dem Durchschnitt. Ebenfalls stark sind Mayer Brown und CMS. CMS zeigt sich insbesondere mit dem Thema Künstliche Intelligenz, während Davis Wright Tremaine ganz stark in Sachen Blockchain ist.