Der Steuerberater als Wegbereiter

Als die Grevener Groneweg-Gruppe eine Nachfolgelösung mit Wachstumsperspektive suchte, kam ihrem Steuerberater eine Schlüsselrolle zu. Er führte die wichtigen Gespräche, damit der richtige Eigenkapitalinvestor gefunden werden konnte.

Als Steuerberater der Groneweg-Gruppe ist Norbert Leopoldseder mit allen Abläufen und Entwicklungen im Betrieb vertraut. Er weiß vom Start 1969 als „Club Feinkost“ und hat das Unternehmen viele Jahre beim Aufstieg zum Marktführer begleitet. Heute ist die Groneweg-Gruppe aus Greven im Münsterland einer der wichtigsten Anbieter gefriergetrockneter Lebensmittel in Europa. Fast 600 Mitarbeiter erwirtschaften rund 60 Millionen Euro Umsatz. Die Gruppe beliefert mehr als 750 Kunden, darunter namhafte Industriekonzerne und Handelsketten wie Unilever, Nestlé, Aldi und Lidl.

Lebenswerk sichern

Mit Unternehmensgründer Dieter Groneweg war Leopoldseder bis zu dessen Tod vor zwei Jahren befreundet, auch der übrigen Familie und den beiden Geschäftsführern der Unternehmensgruppe ist er bis heute eng verbunden. Gemeinsam mit der Familie prüfte Leopoldseder alle Optionen für eine Unternehmensnachfolge, die das Lebenswerk des Gründers nachhaltig sichern würde. Schließlich entschied sich die Familie für die Zusammenarbeit mit einem Eigenkapitalinvestor, der die Entwicklung der Gruppe langfristig begleiten sollte.

Im November 2017 erwarb die Beteiligungsgesellschaft VR Equitypartner eine Minderheitsbeteiligung an der Unternehmensgruppe. Die Familie bleibt gemeinsam mit dem Management mehrheitlich am Unternehmen beteiligt. Mit dieser Lösung ist nicht nur der Fortbestand der Groneweg-Gruppe gesichert, mehr noch: Das Kapital für eine kraftvolle Weiterentwicklung des Betriebs ist jetzt gegeben. Noch zu Lebzeiten hatte Gründer Dieter Groneweg die Weichen in Richtung Wachstum gestellt, vorinvestiert und neben einer globalen Wachstumsstrategie auch den Aufbau neuer Geschäftsfelder in Angriff genommen.

Den passenden Partner finden

„Der mögliche neue Partner sollte diese Wachstumsziele inhaltlich unbedingt mittragen und sie auch mitfinanzieren. Das war eine der Bedingungen der geplanten Nachfolgelösung“, betont Leopoldseder.

Die zweite Voraussetzung lautete: „Familie und Management mussten sicher sein, dass sie mit dem neuen Partner gemeinsam auch auf lange Sicht unternehmerische Entscheidungen treffen können.“ Bei Groneweg treffen Gesellschafter und Management unternehmerische Entscheidungen in der Regel zügig – diese Stärke sollte auch bei einem neuen externen Gesellschafter bewahrt werden. „Meine Aufgabe war es, Themen wie diese pragmatisch zu moderieren“, blickt Leopoldseder zurück.

Perspektivwechsel

Auch aus Sicht eines Finanzinvestors kommt Steuerberatern mittelständischer, familiengeführter Unternehmen eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung der Nachfolge zu. Sie verfügen zum einen über Hintergrundwissen aus dem Unternehmen und damit über eine erhebliche Lösungs- und Mitgestaltungskompetenz bei der Auswahl eines möglichen neuen Partners. Zum anderen können sie häufig auch gut beurteilen, welche Anforderungen und Interessen ein Investor mitbringt. Und sie haben die Möglichkeit, die Entscheider auf der Seite des Investors persönlich kennenzulernen, um zu prüfen, ob diese zum Unternehmen passen, ohne dass die Gesellschafterfamilie sich schon zeigen muss.

Aus seiner Tätigkeit als Aufsichtsrat der Volksbank Bielefeld-Gütersloh kannte Leopoldseder VR Equitypartner bereits: Das Unternehmen ist eine Tochter der DZ Bank, der Zentralbank der genossenschaftlichen Finanzgruppe, und als langfristig orientierter Eigenkapitalinvestor bekannt. In den Vorgesprächen konnte Leopoldseder VR Equitypartner aufgrund seines umfangreichen Wissens über die Groneweg-Gruppe ein umfassendes Bild des Unternehmens vermitteln und Appetit machen auf eine Zusammenarbeit.

Für die Familie und das Management hat er immer wieder analysiert und bewertet, wie Formulierungen und Absichten des potenziellen Partners zu verstehen sind und wo der Mehrwert für die Firma liegt. Sein Geschick, Gespräche anzustoßen, die jeweils passenden Partner an den Tisch zu holen und die Verhandlungen pragmatisch mit Blick auf die Interessen aller Parteien zu führen, war mitentscheidend, schnell eine gute Lösung für das Unternehmen zu finden.

Die Aufgabe von Norbert Leopoldseder ist noch nicht beendet: „Jetzt gilt es, die gut geplante und intensiv besprochene Zusammenarbeit in der Praxis zu leben“, weiß der Steuerberater. Darum ist es auch im Sinne des Neu-Gesellschafters, dass der erfahrene Moderator weiter an Bord bleibt.

Bildnachweis: Groneweg