Nachfolgeregelung als Katalysator für die nächste Wachstumsstufe

Den Generationswechsel vollziehen und gleichzeitig die nächste Wachstumsstufe einleiten: Mit einem passenden Private-Equity-Partner lassen sich beide Ziele gleichzeitig realisieren, wie der Fall eines Beratungsunternehmens für digitale Transformation aus der Schweiz zeigt.

Ein Ausstieg der Gründer oder geschäftsführenden Gesellschafter birgt Risiken und ist eine kritische Phase für jedes Unternehmen. Ein Finanzinvestor kann dabei helfen, den Übergang auf die nächste Generation ohne große Brüche zu vollziehen und das notwendige Know-how und Kapital für das weitere Wachstum zur Verfügung stellen. Im konkreten Fall hatten sich zwei der drei geschäftsführenden Gesellschafter der Schweizer AWK Group entschieden, kürzerzutreten und die Verantwortung in die Hände der nächsten Generation zu legen. Gleichzeitig suchte der dritte geschäftsführende Gesellschafter und CEO der AWK Group nach einem passenden Partner, um das seit Jahrzehnten erfolgreiche Unternehmen fit für die nächste Wachstumsstufe zu machen. Zum einen wollte das Unternehmen durch den weiteren Ausbau des Beratungsangebotes seinen Kunden ein umfassenderes Dienstleistungsportfolio aus einer Hand anbieten können. Zum anderen sollten interne Systeme und Prozesse angepasst werden, um die Organisation für den nächsten Wachstumsschritt vorzubereiten. Zudem strebte das Unternehmen den Eintritt in neue Märkte an.

Investor mit Know-how gesucht

„Als wir die Nachfolge meiner beiden Kollegen regeln wollten, war uns klar, dass wir uns am besten mit externem Know-how verstärken, um unsere Wachstumsziele erfolgreich umsetzen zu können“, sagt Oliver Vaterlaus, der jüngste der drei geschäftsführenden Gesellschafter, der die AWK Group weiterhin als CEO und signifikanter Gesellschafter führt.

Der externe Partner musste also neben Kapital vor allem umfassendes Know-how im Bereich der Unternehmensentwicklung mitbringen, damit die AWK Group den Schritt in die nächste Größenklasse erfolgreich meistert. Weiterhin sollte er sich langfristig in der AWK Group engagieren und die geplante Buy-&-Build-Strategie aktiv begleiten.

Grundlage für die nächste Wachstumsstufe: Prozessoptimierung

Ende 2017 beteiligte sich die DPE Deutsche Private Equity an der AWK Group. Gemeinsam wurden eine Wachstumsstrategie und ein darauf ausgerichtetes „Operating Model“ entwickelt. Für die Umsetzung wurden in einem ersten Schritt in allen Bereichen des Unternehmens die Prozesse optimiert. Hierzu zählten sowohl die Digitalisierung aller internen Prozesse als auch der Ausbau von wichtigen Themenfeldern wie IT Security sowie der Aufbau von neuen Kundenkreisen, insbesondere im privaten Sektor. Bei der Zusammenarbeit erwiesen sich die Erfahrung des Operations- Teams des Investors gepaart mit dem Inhouse-Wissen und der Erfahrung der AWK-Mitarbeiter als besonders wertvoll. Prozesse und Strukturen konnten so überdacht und optimal auf die Wachstumsziele abgestimmt werden.

Das organische Wachstum wird durch Zukäufe ergänzt, mit denen AWK das Dienstleistungsangebot für seine Kunden noch weiter ausbaut. Mittelfristig soll sich die Anzahl der Mitarbeiter von gut 300 organisch auf rund 600 verdoppeln. Darüber hinaus arbeitet die AWK Group derzeit mit Unterstützung des Finanzinvestors am Eintritt in den deutschen Markt, was durch die Akquisition eines passenden Partnerunternehmens in Deutschland gelingen soll.

Erfolgsfaktor Kontinuität

Für den Erfolg der Kooperation zwischen dem Finanzinvestor und der AWK Group spielte neben der vertrauensvollen Zusammenarbeit aller Beteiligten sicherlich auch die Kontinuität eine Rolle. Zwar ging mit dem Ausscheiden von zweien der drei Gesellschafter eine Ära zu Ende, mit CEO Oliver Vaterlaus blieb der dritte im Bunde jedoch an Bord. Zudem stieg im Rahmen der DPE-Beteiligung die nächste Partner-Generation der AWK Group finanziell ins Unternehmen ein. Für die notwendige Beständigkeit bei dem Aufbruch in eine neue Wachstumsstufe ist damit gesorgt.

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